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Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.
Bevor man verstand, welchen Gesetzmäßigkeiten Entwicklungen folgen, fragte man Orakel und Astrologen. Die Zahl Sieben ist in diesen Kreisen der bockige Begleiter der runden Sechs, die den Zwölfkreis halbiert. Nach dem Gleichgewichtsjahr 2016 steht uns aus zyklen-historischer Sicht ein Jahr der Veränderung und Bewegung ins Haus.

10 Jahreszyklus

Abbildung 1: Prozentuale Preisveränderungen im Jahresverlauf bei US-Aktien in Jahren mit „7“

In der Abb. 1 sind die Preisveränderungen für Aktien in den USA seit 1897 im 10-Jahres-Rhythmus dargestellt. 5 Jahre mit außerordentlich positiven Preisveränderungen stehen 5 Jahre mit deutlichen Kurseinbrüchen entgegen. Das Gesamtbild ist damit zwar neutral. Vergleicht man dies mit den 6er und 8er-Jahren (6:2 ; 8:0), dann folgten 7er-Jahre börsentechnisch den Vorgaben der Astrologie.

2007

Dem aufmerksamen Betrachter entgeht nicht die überraschend positive Performance des Jahres 2007. Das Jahr, in dem die US-Subprime-Krise eskalierte. Wer den Film The Big Short gesehen hat, kennt den Grund: Obwohl längst klar war, dass es eine massive Spekulationsblase bei restrukturierten Immobilienkrediten gibt, gelang es den Verkäufern in den Derivateabteilungen der Banken, die Marktpreise für ABS und CDO’s munter weiter zu treiben. Erst im Januar 2008 fiel das Kartenhaus in sich zusammen.

1937

Abbildung 2: Preisverlauf des Dow Jones Industrial im Jahre 1937

Die Preisentwicklung des Jahres 1937 hat sich merkwürdigerweise nicht in das kollektive Gedächtnis der Kapitalmarktakteure eingebrannt. Tatsächlich purzelten die Notierungen am US-Aktienmarkt nur im Panikjahr 1907 rascher. Zu Jahresbeginn deutete wenig auf den katastrophalen Jahresverlauf hin. Nach dem Preissturz 1929 bis 1932 erholten sich die Aktiennotierungen seit 1934. Die Arbeitslosigkeit war mit 14% weiterhin hoch und gefühlt war das Wirtschaftswachstum gering.

Nachdem die Preise für Vermögenswerte vier Jahre nur gestiegen waren, brach die Furcht vor einer nicht mehr eindämmbaren Inflation und einer Wiederholung der Spekulationen der 1920er Jahre wieder auf. Die FED hatte bereits im Juli 1936 ihre Geldpolitik gestrafft, insbesondere wurde die Vergabe von Krediten erschwert. 1937 liefen fiskalische Maßnahmen im Rahmen des New Deals aus, gleichzeitig wurden neue Steuern eingeführt. Die USA schlitterte ungebremst in eine innenpolitisch begründete Rezession.

1987

Abbildung 3: Preisverlauf des Dow Jones Industrial im Jahr 1987

In der Abb.1 erscheint das Jahr 1987 unspektakulär. In Wahrheit liefert es eine mögliche Blaupause für die Gegenwart. Im Jahre 1986 traten die Notierungen an den US-Märkten auf der Stelle (Abb. 2). Das Jahr 1987 begann mit einem charttechnischen Ausbruch. In der Folge feierte der US-Aktienmarkt ein Alltime-High nach dem anderen. Bis im Oktober während eines Herbststurms über London der Markt förmlich zusammen brach (Black Monday). Auch hier zeigt sich das oben aufgezeigte Muster. Im Jahre 1986 waren die Ölpreise zunächst im freien Fall. Gleichzeitig schwächte sich das Wirtschaftswachstum ab. Die Aktienmärkte koppelten sich immer mehr von der Realität ab. In der Spitze war der US-Aktienmarkt 44% teurer, als 12 Monate zuvor. Um die Irrationalität zu beenden, bedurfte es jedoch einer beliebigen externen Störung.

Fazit

Auch ohne konjunkturelle oder geopolitische Rahmenbedingungen zu betrachten, stehen risikobehafteten Assets wechselvolle Monate bevor. Das Ergebnis dieser kleinen geistigen Fingerübung fügt sich nahtlos ein in die Resultate aus anderen Überlegungen, die wir in der Artikelreihe zum Jahreswechsel angestellt haben.