Dr. H. Bischoff

Mogelpackung Ökoworld Rock’n Roll

Es gibt Dinge, die kann man so nicht stehen lassen. Der Werbeprospekt für den Ökoworld Rock ‘N’ Roll Fonds gehört dazu. Dieser wird derzeit als Zeitschriftenbeilage großflächig verteilt und über Anlageberater vertrieben.

Die Idee ist toll: Oma + Opa legen Kapital gewinnbringend und mit gutem Gewissen für die Enkel an. Die Fondsgesellschaft »Ökoworld« gehört zu den Pionieren der nachhaltigen Geldanlage. Was kann also schief gehen?

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Dr. H. Bischoff

Stock Picking funktioniert(e) nicht

Im Frühjahr 2016 publizierte  S&P Down Jones eine Studie, wonach immerhin 2% aller aktiv gemanagten Investmentfonds es schafft, die Performance ihrer selbst gewählten Benchmark über einen Anlagezeitraum von 10 Jahren zu erreichen. Der Rest underperformt.

Europa

Die S&P Studie basiert auf den Handelsergebnissen von mehr als 25.000 in Europa zugelassenen Investmentfonds in den letzten 10 Jahren.stock-pickingDie nebenstehende Abbildung ist der Publikation entnommen.  Das Bild ist durchgängig desaströs:

  • 98,9% aller Fonds, die in US-Aktien oder Anleihen investieren,
  • 97% aller Fonds mit Schwerpunkt Schwellenländer
  • 97,8% aller global anlegender Fonds

schaffen es nicht, auf 10-Jahressicht ein passives Investment in dem Marktsegment zu schlagen.

Reduziert man den Betrachtungszeitraum, verbessert sich das Bild. Auf Jahressicht kann immerhin die Hälfte der Fonds zumindest mit ihrer Benchmark mithalten. Die besten Chancen, eine langfristige Outperformance zu erzielen, haben Anleger in der Schweiz.

  • Pan-Europäisch schaffen es 20% aller Fonds, ihre Benchmark über einen 5-Jahres-Zeitraum zu schlagen.
  • Je länger der Anlagezeitraum, desto geringer ist die Aussicht auf eine bessere Performance, als ein vergleichbares passives Investment
  • Es gibt viele Fonds, die es tatsächlich schaffen, im praktischen Handel ihre Benchmark zu schlagen. Diese verlangen aber hohe Management-Fees. Das Netto-Ergebnis für den Anleger ist deshalb auch unbefriedigend.

USA

Im Herbst 2016 veröffentlichte S&P eine identische Studie für das Fondsuniversum der USA. Wenig überraschend kommen die Autoren zu einem vergleichbaren Ergebnis: 99% aller aktiv gemanagten Aktienfonds mit Schwerpunkt USA oder Schwellenländer erreichen nicht die Performance ihrer selbst gewählten Benchmark.

Fazit

Die Studien belegen eindrücklich, welche Hindernisse im langfristigen Kapitalaufbau lauern. Investmentfonds, die größtenteils auf Kursgewinne durch aktiven Handel setzen, können langfristig nicht erfolgreich operieren. Es ist zwar möglich, durch ein exzellentes Research eine Outperformance zu erreichen. Zieht man die Kosten des Rechearches ab, bleibt wieder nur maximal die Rendite der Benchmark übrig.

Was aber tun, wenn passive Investments nur eine unbefriedigende Rendite versprechen? In den letzten beiden Jahren konnte man mit Investments in den USA gerade die Dividende (2%) abgreifen.  Schwellenländer-Investments verbrannten zeitweise Kapital und Investitionen in Europa zeichneten sich hauptsächlich durch sehr große Schwenkungen aus. Die Fondsanbieter empfehlen Smart-Beta-ETF’s. Damit gerät der Investor jedoch aus dem Regen in die Traufe ( Verweis auf einen aktuellen Beitrag in der FT).

Die Studien bestätigen unsere Vorgehensweise, auf die systematische Erschließung von Rendite-Quellen zu setzen. Was nicht bedeutet, hin und wieder, sinnvoll auf Preissteigerungen des Assets selbst zu spekulieren, wie beispielsweise den Kauf von preiswerten High-Yield Anleihen.